Welche Software zu einem Friseursalon passt, hängt weniger von der Marke ab als davon, wie der Salon arbeitet: Eine Friseurin, die allein mit Stammkundschaft arbeitet, braucht etwas anderes als ein Herrensalon mit vielen Laufkunden oder ein Team mit fünf Stühlen. In Deutschland sind vor allem Treatwell, Fresha, Salonized und Planity verbreitet, daneben günstige Programme ohne Provision. Wer zuerst die eigene Arbeitsweise klärt, kann die Auswahl schnell auf zwei oder drei Kandidaten eingrenzen.

Drei Salontypen, drei Anforderungen

Die Friseurin mit eigenem Stuhl

Wer allein arbeitet, kann während eines Schnitts nicht ans Telefon gehen. Wichtig sind deshalb ein Buchungslink, den Kundinnen über Instagram oder das Google-Profil finden, eine Erinnerung vor dem Termin und eine Kundenkartei mit Farbrezepturen. Kassenmodul, Schichtplanung und Marketing-Automatisierung bezahlt man in dieser Größe meist umsonst.

Der Salon mit Laufkundschaft

In Herrensalons und Barbershops kommt ein großer Teil der Kundschaft ohne Termin. Hier zählt, dass sich Laufkunden in Sekunden eintragen lassen und gebuchte Termine trotzdem Vorrang behalten. Eine Warteliste hilft, wenn ein gebuchter Kunde absagt und der Platz sofort neu vergeben werden soll.

Das Team mit mehreren Stühlen

Ab drei, vier Mitarbeitenden wird der Kalender pro Person zur Pflicht, ebenso Berichte, wer welchen Umsatz macht. Dazu kommen Rechte: Nicht jede Aushilfe muss die gesamte Kundenliste exportieren können. Für diese Salons lohnt sich der Blick auf den Preis pro zusätzlichem Mitarbeiter, denn er bestimmt die Monatskosten stärker als der Grundpreis.

Anbieter im Überblick

Anbieter Modell Preis laut Anbieter Passt vor allem zu
Treatwell Marktplatz mit Monatsgebühr Gebühr nicht veröffentlicht, dazu bis zu 35 % Provision auf die erste Buchung neuer Kundinnen Salons, die schnell neue Kundschaft brauchen
Fresha Abo pro Teammitglied plus Marktplatz ab 12,95 € im Monat für eine Person, im Team 8,95 € je Mitglied, Gebühr für Neukunden über den Marktplatz Teams, die Kasse und Marktplatz in einem wollen
Salonized Abo ab 19 € im Monat, im Pro-Tarif 7,50 € je weiterem Mitarbeiter Etablierte Salons mit fester Kundschaft
Boona Abo ohne Provision 2 US-Dollar im Monat plus 1 US-Dollar je weiterem Arbeitsplatz Kleine Salons und Selbstständige mit eigener Kundschaft

Die Preise ändern sich regelmäßig und hängen vom Tarif ab; vor dem Abschluss lohnt ein Blick auf die aktuelle Preisseite.

Die günstige Variante: Software ohne Marktplatz

Ein Salon in einer kleineren Stadt gewinnt neue Kundschaft meist über Empfehlungen, nicht über eine Buchungsplattform. Dann zahlt man bei Marktplatzmodellen für Sichtbarkeit, die man kaum nutzt. Boona richtet sich an diese Salons: Online-Buchung über einen eigenen Link, Kalender pro Mitarbeiterin, Kundenkartei mit Notizen und Allergiehinweis, Warteliste und Umsatzberichte pro Person, ohne Provision. Einschränkungen gibt es auch: Erinnerungen gehen per E-Mail und Push-Benachrichtigung statt per SMS oder WhatsApp, Kartenzahlung und Anzahlungen sind nicht eingebaut, und neue Kundschaft bringt die Software nicht von selbst.

Weitere Fragen zu Kosten, Kundenkartei und Online-Terminen beantwortet die Rubrik Software für Friseursalons.

Häufige Fragen

Gibt es Software speziell für Friseure?
Die meisten Programme richten sich an Friseure und Kosmetikstudios zugleich. Entscheidend ist, dass sich Leistungen mit unterschiedlicher Dauer anlegen lassen, etwa Färben mit Einwirkzeit, und dass die Kundenkartei Farbrezepturen speichert.
Was ist für eine selbstständige Friseurin mit kleinem Budget sinnvoll?
Ein günstiges Abo ohne Provision mit Online-Buchung, Erinnerungen und Kundenkartei. Zusatzmodule wie Kasse oder Marketing kann man später ergänzen, wenn der Bedarf wirklich da ist.
Wie gehe ich mit Kunden um, die nicht erscheinen?
Erinnerungen mit Absagelink verhindern viele Ausfälle. Wer zusätzlich eine Warteliste führt, kann frei gewordene Termine schnell neu vergeben.